Menschen in Uganda

Die Unterschiede in der Kultur zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen in Uganda sind gravierend. Hirtenvölker leben beispielsweise überwiegende in den nördlichen Regionen des Landes. Ihre Gesellschaftsstruktur ist aus Traditionsgründen segmentär-egalitär. Im Süden Ugandas dagegen leben Ackerbauern in Gemeinschaften, die hierarchisch-staatlich organisiert sind. Die Nachfahren der frühen Jäger und Sammler sind die Bambuti- und Batwa-Pygmäen. Zu ihrem Erbe zählen eine große Anzahl interessanter Felsmalereien. Im Jahr 1990 haben die Bantu sprechenden Völker der Toro, Ankole, Bunyoro und Buganda ihre Königshäuser wieder eingesetzt. In Uganda spielen die Monarchien auch heutzutage noch eine wichtige Rolle im Leben der einheimischen Bevölkerung.

Das Gesellschaftssystem der Buganda ist klar strukturiert. Einst erstreckte sich ihr ausgedehntes Königreich fast über ganz Zentraluganda. Ihr König ist der Kabaka. Auch heute spielt er bei allen wichtigen Zeremonien wie einer Hochzeit oder einer Krönung eine ganz entscheidende Rolle. Die Bantus sind sehr familienorientiert. Frauen und Männer, die noch nicht verheiratet sind, werden in der Gesellschaft nicht wirklich anerkannt. Männer mit mehreren Ehefrauen waren und sind in Uganda keine Seltenheit. Inoffiziell gibt es auch heute dort noch die Polygamie. In der Regel wählen die Väter die Ehemänner für ihre Töchter aus.

Im Osten Ugandas leben die Volksgruppen der Bagwere, Basoga, Basamia und Bagisu. Es handelt sich bei ihnen überwiegend um Ackerbauern, die ihr Land fast ausschließlich für den Eigenbedarf bestellen. Im Norden des Landes leben ganz verschiedene Völker: Unter anderem die Langi, die Acholi und die Karamojong. Bei den Karamojong handelt es sich zum Beispiel um halbnomadische Vierhirten.

Der Westen Ugandas ist die Heimat folgender Volksgruppen: Bakiga, Banyankore, Banyoro, Batooro und Bakonjo/Bamba. Weltweit bekannt sind allerdings nur die Ankole, die braune Rinder, mit imposanten Hörnern, gleichen Namens züchten. Ihr König war traditionell nicht nur Eigentümer und Herrscher über alle Rinder, sondern auch über alle Frauen. Schlanke Frauen galten bei den Ankole schon immer als kraftlos.