In Ghana bilden sich Krankenschwestern und Hebammen über das Handy weiter

Ein Unternehmen und ein Verein wollen über das Handy das Gesundheitssystem in Ghana verbessern.

Thomas Erkert, Vorstandsvorsitzender des Konstanzer Vereins „Healthcare IT for Africa“ sagt: „Die Menschen in Ghana haben mit ihren Handys buchstäblich etwas in der Hand, mit dem sie Zugang zu Wissen erlangen können. Sein Verein und die aus Frankreich stammende Firma Altran versuchen über den Mobilfunk das Gesundheitswesen in Ghana zu stärken. Mehrere Projekte verfolgen die beiden Partnerunternehmen in dem westafrikanischen Land. Sie heißen: „Call2Learn“, „SMS2Learn“ und „Mobile Library“. In Ghana gibt es bei einer Bevölkerungszahl von 25 Millionen Menschen inzwischen schon 17 Millionen, die einen Anschluss für Mobilfunk haben.

 

Jörg Lesch, Berater des Unternehmens Altran, sagt: „Die Mobilfunknetze sind in Afrika sehr gut ausgebildet.“ Als Jörg Lesch den Verein von Thomas Erkert kennenlernte hatte er eine Idee: Telemedizin über das Mobilfunknetz, Fortbildung im Fach Medizin in Textform als SMS, mit einem angehängten Bild als MMS. Seit November 2011 sind Healthcare IT for Africa und Altran offizieller Partner des ghanaischen Gesundheitsministeriums. Erste Test der Telemedizin haben bereits stattgefunden.

 

Im Laufe des Jahres sollen sich Krankenschwestern und Hebammen über das Handy weiterbilden können. Bei dem Programm Call2Learn können sie sich über eine kostenfreie Rufnummer durch einen automatischen Ratgeber für Medizin tippen. Thomas Erkert erklärt: „Das Projekt funktioniert wie eine Hotline.“ So können sich die medizinischen Fachkräfte beispielsweise über die neuesten Behandlungsmethoden der Malaria informieren. Bei SMS2Learn erhalten sie die Informationen als Text, teilweise mit Bildern, auf ihr Handy geschickt, damit sie ein Krankheitsbild sofort erkennen können.

 

Thomas Erkert erläutert: „Die Weiterbildung ist wichtig. In Ghana herrscht ein großer Ärztemangel. In Westeuropa betreut ein Arzt knapp 2.000 Menschen. In Ghana liegt die Zahl teilweise bei 1 zu 150.000.“ Manche Krankenhäuser und Gesundheitszentren werden in Ghana deshalb auch von Krankenschwestern und Hebammen geleitet, die dann auch die volle Verantwortung tragen müssen.