Menschen in Ecuador

Ecuador ist ein multikulturelles und multiethnisches Land. Hier lebt ein buntes Völkergemisch in Koexistenz zusammen, das praktisch aus allen Teilen der Erde stammt. Die Bevölkerung Ecuadors besteht aus einer großen Anzahl indianischer Volksgruppen, Mestizen aller Schattierungen, Afroecuadorianern sowie „Weißen“, die aus Nordamerika, Europa, dem Vorderen Orient und Ostasien stammen. Auch diese Gruppen haben sich untereinander vermischt. Die Identität der Ecuadorianer gründet sich in der Regel auf das sogenannte Mestizaje.  
Die Hälfte der Bevölkerung des südamerikanischen Landes stellen die Weißen und die Mestizen, wobei die Mestizen mit knapp über 40 Prozent den größten Teil der Bevölkerung stellen. Im Andenhochland leben eine ganze Reihe indianischer Ethnien, die zwar äußerlich Unterschiede aufweisen, aber sich als Quichua sprechendes Volk, innerhalb der Grenzen Ecuadors, versteht. Auch in der Weltanschauung teilen diese indigenen Gruppen viele Gemeinsamkeiten. Dabei geht es vor allem um die Harmonie zwischen Mensch, Erde und Universum. Das Organisationmodell dieser Menschen basiert in allen Lebensbereichen auf Großfamilie und Kommune.
Auch im Oriente, im Tiefland des Amazonas und im nördlichen Küstenbereich haben mehrere indigene Volksgruppen überlebt. Die größte indigene Gruppe im Amazonastiefland sind die Kichwa del Oriente in den Provinzen Napo, Sucumbios, Orellana und Pastaza. Dieser Stamm umfasst rund 100.000 Mitglieder. Eine der ältesten Indianergruppen des gesamten Tieflandes des Amazonas ist das Volk der Shuar, das rund 70.000 Angehörige zählt. Nur noch rund 2.000 gibt es von den Huaorani-Indianern. Ihr Siedlungsgebiet liegt zwischen den Flüssen Villano und Curaray im Süden und dem Río Napo im Norden.
Der Einfluss der Indígenas auf die Politik und die Wirtschaft Ecuadors hat seit Beginner der 1990er Jahre stark an Bedeutung zugenommen. Indianische Präsidentschaftskandidaten und Minister sind schon lange keine Besonderheit mehr. Im Norden des Hochlandes in der Provinz Imbabura leben die Volksgruppen der Caranquis, der Natabuelas und der Otavalos. Sie leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Kunsthandwerk. In der Provinz Tungurahua ist der bekannteste indigene Stamm der der Salasaca. Sehr begehrt sind ihre Wandteppiche und Teppiche. In der geografischen Mitte Ecuadors leben fast 300.000 Indígenas, die den Volksgruppen Cacha, Pulucate, Calpi und Licto angehören.
Die meisten der rund 800.000 Afroecuadorianer haben sich in der Küstenregion niedergelassen. Etwa eine halbe Million von ihnen lebt in der Provinz Esmeralda und Guayaqul, in der Regel in Slums wie Isla Trinitaria, Malvinas oder El Guasmo. Circa drei Viertel der farbigen Bevölkerung Ecuadors ist noch keine 35 Jahre alt. Die Hauptvertretung der Interessen der Afroecuadorianern ist die Coordinación Política Afro del Ecuador.