Menschen in Kolumbien

Das Wesen der Kolumbianer

Kolumbien zählt zu den gastfreundlichsten Ländern Lateinamerikas. Die Menschen freuen sich über den Besuch von Reisegästen aus aller Welt, die man auch gerne einmal auf einen Kaffee einlädt. Kolumbianer legen einen großen Wert auf Höflichkeit. Gespräche mit Kolumbianern sind meist sehr anregend, nicht zuletzt deshalb, da das Land über das höchste Universitätsniveau Südamerikas verfügt. Zudem war Kolumbien stets eine der Kulturhochburgen des Kontinents. So stammen die Popstars Shakira und Juanes, aber auch der Bildhauer Fernando Botero und der Schriftsteller Gabriel Garcia Marquez aus Kolumbien.

Das Land befindet sich derzeit in einem großen wirtschaftlichen Aufschwung. Deshalb gibt es hier viele Neureiche und auch viele Luxusangebote.  Jedoch scheint das hier ursprünglich nicht so große Gefälle zwischen Arm und Reich leider auch stetig zu wachsen. So verfügt das Land über die hchste Arbeitslosigkeit dieser Region. Aufgrund dieser wächst auch der Schönheitskult der Kolumbianer immer weiter. So sind in Städte wie Medellin oder Pereira Schönheitsoperationen fast schon an der Tagesordnung. Schließlich erhofft man sich so, einen reichen oder einem im Ausland lebenden Partner zu finden.

Die Bevölkerung Kolumbiens ist so verschiedenartig wie die Landschaften

In Kolumbien leben rund 47 Millionen Menschen. Nach Brasilien ist es damit das bevölkerungsreichste Land in ganz Südamerika. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt. Heute leben circa 75 Prozent der Kolumbianer in Städten, während vor 50 Jahren nur 25 Prozent Stadtbewohner waren. Es ist vorauszusehen, dass der Verstädterungsprozess auch in den kommenden Jahren weitergehen wird. Die meisten Kolumbianer leben in der Hauptstadt Bogotá, dessen Einwohnerzahl auf annähernd 8 Millionen geschätzt wird.

Die zweigrößte Stadt in Kolumbien ist Medellín mit knapp 3 Millionen Einwohnern. Auf den nächsten Plätzen folgen die Millionenstädte Cali und Barranquilla. Zudem gibt es über 20 Großstädte, in denen mehr als 100.000 Menschen leben. Die Bevölkerungsverteilung ist in Kolumbien sehr ungleichmäßig. Etwa 95 Prozent der Kolumbianer haben sich in den Höhenlagen der Anden oder an der Karibikküste niedergelassen. Die Bevölkerung Kolumbiens ist so verschiedenartig wie die Landschaften des südamerikanischen Landes.

Rund 58 Prozent der Kolumbianer sind Mestizen, 20 Prozent Weiße, 8 Prozent Mulatten, 11 Prozent Afrokolumbianer und 3,5 Prozent Angehörige indigener Völker. In der Hauptstadt Bogotá leben überwiegend Weiße, die sich distanziert verhalten, über eine hohe Arbeitsmoral verfügen und die Wochenenden gerne auf dem Land verbringen. Die Heimat der Antioqueños, der hellhäutigsten Kolumbianer, sind die Zentral- und Westkordilleren. Entlang der Karibikküste leben die costeños, die in ihrer Mehrzahl Mulatten sind. Die meisten Afrokolumbianer haben ihre Heimat an der Pazifikküste gefunden.

Die indigenen Völker Kolumbiens setzen sich aus 88 ethnischen Gruppierungen zusammen. Die Indigenen verständigen sich mit 65 Sprachdialekten, die zu 14 linguistischen Familien gehören. Die Gesamtzahl der Indigenen beträgt etwa 1,4 Millionen. Die größte Gruppe sind die Wayu. Die rund 280.000 Menschen des Volkes leben auf der Guajira-Halbinsel. Im Südosten Kolumbiens lebt die zweitgrößte Gruppe, das Volk der Páez/Naza, dem rund 150.000 Menschen angehören. Das drittgrößte indigene Volk mit circa 60.000 Menschen sind die Emberá, die sich im Chocó angesiedelt haben.