Kulinarisches in Ecuador

Die Ecuadorianer legen Wert auf gutes und reichhaltiges Essen. Die Speisen werden abwechslungsreich zubereitet und zeichnen sich nicht gerade durch Kalorienarmut aus. Die Küche Ecuadors hat in den letzten Jahren ihren Ruf deutlich aufpoliert. Selbst Spitzenrestaurants sind heute in den großen Städten keine Seltenheit mehr. Das Frühstück fällt in der Regel mager aus, dafür ist das Mittagessen umso opulenter. Es besteht aus einer Suppe, einem Hauptgericht, einem Dessert und einem frischen Obstsaft. Die Obstsäfte aus Maracuja, Papaya, Brombeeren und vielen anderen Früchten sind in der Regel sehr dickflüssig und schmecken ausgezeichnet. Sehr häufig besteht das Hauptgericht allerdings auch nur aus einer Suppe, die in allen Variationen und mit den unterschiedlichsten Zutaten angeboten wird. Sehr populär bei der einheimischen Bevölkerung sind die Hühnerbrühe, deftige Fischsuppen, ein Blutwursteintopf, yaguarlocro genannt, oder Kartoffel-Hüttenkäse-Suppen mit Avocadofrüchten.
Eine ganz besondere Spezialität in Ecuador ist eine cremige Kartoffelsuppe mit Käse und Fleischeinlage, die sogenannte Lorco de papa. Eine Suppe mit langer Tradition ist die caldo de patas: zu ihren Ingredienzien zählen eine Schweinshaxe, Zwiebeln, Knoblauch, Milch, Mais und Yuca. Während der Osterfeierlichkeiten wird vor allem in der Hauptstadt Quito die dickflüssige, stundenlang geköchelte Fanesca, eine vorzügliche Getreidesuppe serviert. Sie besteht aus bis zu zwölf verschiedenen Hülsenfrüchten wie zum Beispiel Bohnen und Lupinen, Kürbis und Kichererbsen sowie Erbsen und Mais. Dazu werden Kochbananen, eine Portion Stockfisch, Erdnusssauce und ein Ei gereicht. Die Fanesca ist eine uralte Mischung aus spanischen und präkolumbischen Rezepten. Ein sehr populäres Suppengericht ist auch die Sancocho. Die Hauptzutaten sind Rind- oder Schweinefleisch, je nach Region mit Fisch, Kochbananen oder Yuca angereichert.
Eine der beliebtesten Vorspeisen ist die Ceviche oder Cebiche: der rohe oder halbrohe Cocktail aus Meeresfrüchten, der mit Zitronensaft sowie Essig und Öl mariniert ist, besteht aus Muscheln, Langusten, Tintenfisch, Krabben und aus Weißfisch. Ansonsten essen die Ecuadorianer viel Fleisch, wobei die Portionen üppig ausfallen. Als Beilagen werden Reis, Pommes frites oder mote, geschälter und gekochter Mais gereicht. Weitere landestypische Speisen sind unterschiedlich zubereitete Kochbananensorten, Süßkartoffeln, Bohnen, Linsen und Kichererbsen. Viele Gerichte in Ecuador basieren auf Bananen. Zu den beliebtesten Zubereitungsarten zählen käsegefüllte Bananenknödel, bolón de verde, und Bananenpuffer, patacones.  Zu besonderen Feierlichkeiten wird als Delikatesse Meerschweinchen serviert, im Ofen oder am Spieß gegart. Dieses Nationalgericht, cuy genannt, wird mit einer pikanten Füllung versehen und mit Kartoffeln und Erdnusssauce gegessen.
Zu den landesweit gängigen Spezialitäten in Ecuador zählt zum Beispiel das Churrasco, eine meist große Portion geschälter, weißer Reis, der ein großes Stück Fleisch bedeckt und von zwei Spiegeleiern bedeckt wird. Dazu gibt es ein paar Pommes frites, angeröstete Zwiebelringe und einen Speitel der Avocadofrucht. Selbst ein Wiener Schnitzel mit Pommes frites steht in Ecuador auf so mancher Speisekarte: dazu gibt es Reis und Gemüsesalat oder manchmal einfach nur ein paar Tomatenringe. Eine weitere Spezialität ist das Seco de Chivo, ein Gulasch aus würzigem Ziegenfleisch, das heute aber zunehmend aus Schaffleisch zubereitet wird.